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Azure Virtuelle Computer, allgemeine Probleme?

    Frage

  • Hi, ich habe im Moment noch ein Test Account um die Azure Cloud zu testen, mir fehlt einige Know-How um die Cloud richtig produktiv zu entwicklen.

    Wir wollen eine .NET Anwendung (bisher Lokal) in der Cloud als Dienstservice zum laufen bringen, gibt es hier eine andere Möglichkeit als RemoteDesktop zu realisieren? Ich habe "WorkerRolle" und "WebRolle" bei der Azure-SDK gefunden. Wenn ich mich richtig verstanden habe, dann sind beide Anwendungen ähnlich aufgebaut, bis auf ein Frontend (Webbassiert)? Eine fertige Client-Service-Schnittstelle wie ASP.NET Anwendung wäre toll, existiert so eine API bei Azure?

    Wie kann man Azure wirklich temporär benutzen? Wenn ich die virtuelle Computer Herunterfahren würde, dann erscheint die Meldung "Für diesen virtuellen Computer fallen nach dem Herunterfahren weiterhin Servergebühren an...." Wie genau ist diese Gebühr zu verstehen? Bei EC2 Amazon wäre die Gebühren für die reservierte Maßenspeicher. https://www.dropbox.com/s/y6d0atrjdowmn2i/herunterfahren.PNG


    Zum Testzweck habe ich eine Virtuelle Maschine "XY" erstellt und dann gelöscht, leider konnte der Speicher nicht mit gelöscht werden.
    Fehlermeldung auf chinesisch? https://www.dropbox.com/s/3h0dbvq9ncocp69/Festplatte.png

    Beim erneut Erstellen der Maschine "XY", konnte ich die virtuelle Maschine nicht erreichen. Ich musste die Maschine "Herunterfahren" und "Neustarten"? Ist es üblig?

    Ich habe außerdem noch eine Frage wegen der Kostenberechnungen, nehmen wir an, ich brauche 10 XL-Virtuelle Windows Computer, 3 davon würden permanent laufen. Die restliche 7 wird zwischen 18 Uhr Abend bis 6 Uhr Morgens heruntergefahren. Welche Kosten würde für die "Virtuelle Windows Computer" entstehen?

    Mit freunlichen Grüßen
    Nghia

    Montag, 5. November 2012 15:26

Antworten

  • Hallo Nghia,

    kennst Du das Windows Azure Training Kit?
    http://www.microsoft.com/en-us/download/details.aspx?id=8396

    Hier sind eigentlich alle Dienste von Windows Azure (VMs, Cloud Services = PaaS, Websites usw.) beschrieben und anhand von Beispielen erklärt. Zudem gibt es zu jedem Dienst ein Slidedeck, das die Dienste High Level erklärt.

    Zu Deiner Frage: Um eine Maschine zu entfernen, so dass sie keine Kosten verursacht (oder eben nicht gegen das Freikontingent der Trial zählt) musst Du im Management Portal die VM löschen (Delete). Das mag im ersten Moment etwas verwirrend klingen, aber der Button meint, dass das "deployment" der virtuellen Maschine entfernt wird und die ihr zugeordneten Ressourcen (die VM, der Kern, der RAM usw.) wieder freigegeben werden. Windows Azure fährt dann Deine VM herunter und belässt die VHD im BLOB Storage. Sprich die VHD Files Deiner Maschine bleiben erhalten.

    Du findest die VHD dann unter Virtual Machines->Disks wieder.

    Du kannst eine "neue" virtual Machine starten (also erneut Ressourcen im Azure Data Center belegen) indem Du eine neue virtual machine anlegst. NEW - compute - virtual machine - from Gallery - my disks. Dann werden erneut Ressourcen für Deine VM reserviert, dieser Deine "alte" VHD zugewiesen und wieder von dieser VHD gebootet.

    Dieser Mechanismus hat allerdings dazu geführt, dass viele Leute eine Menge "VHD Leichen" ihrer Maschinen im Blob Storage liegen hatten. Daher gibt es in der neuen UI beim Löschen der Virtual Machine (Delete) die Option auch gleich die Disk (und damit die VHD) mit zu löschen. Das solltest Du natürlich nicht tun, sonst ist die VHD tatsächlich auch weg und du kannst die Maschine nicht neu starten.

    Der Knopf "Shutdown" im Management Portal bedeutet, dass die Maschine heruntergefahren wird, aber die Ressourcen nicht freigegeben werden. Daher kostet dieser Zustand weiterhin Compute Gebbühren (quasi wie eine Art Reservierungsgebühr).

    Ich hoffe, dass hilft im ersten Schritt weiter.

    CU Daniel


    Windows Azure - the next gen MSFT cloud platform

    Montag, 5. November 2012 15:50
  • Hi Nghia,

    solange Du Speicher im Blob-Storage belegst (und das ist in dem Fall, dass Du die VHD als Disk im Blob Storage belässt) fallen für diesen Blob-Storage (wie Du es auch bei EC2 kennst) Kosten an. Daniel hat oben ja schon beschrieben, wie Du die Kosten für die Rechenleistung (Compute) vermeiden kannst.

    Im laufenden Betrieb einer VM kannst Du die Größe gar nicht ändern (z.B. von XL auf S gehen). Wenn Du die Größe über das Portal änderst wird auf Basis Deiner VHDs die bisherige VM heruntergefahren, eine neue VM erstellt und diese gestartet. Das ist also so, als würdest Du einen PC runterfahren, die Systemplatte ausbauen, in einen anderen (z.B. anderer Grö0e) PC einbauen und von dort wieder booten. Alles was auf der Festplatte war, ist im neuen PC erhalten. RAM-Inhalt geht insofern verloren als dass Du den alten PC runterfährst und auf dem neuen PC neu startest.

    Bezüglich der Größen ist es so, dass auf Azure fünf "Standardgrößen" angeboten werden: S (1 Rechenkern, 1,75GB RAM), M (2 Rechenkern, 3,5GB RAM), L (4 Rechenkern, 7GB RAM) und XL (8 Rechenkern, 14 GB RAM). Hinzu kommt XS, wo man in etwa 1/3 Rechenkern und 765MB RAM erhält. Verbaut sind in Azure aktuell 8-Kern-CPUs. Je nach gewählter VM-Größe erhält man also einen Teil der Rechenkerne. Davon abweichende Größen sind derzeit leider nicht möglich.

    Zu Deinem Ursprungsthema: Sofern Du eine "normale" ASP.NET-Anwendung einfach nur in der Cloud zum Laufen bringen möchtest, sieh Dir am besten auch mal Windows Azure Websites an. Dort hast Du die Möglichkeit, ASP.NET-Anwendungen per Web Deploy direkt aus Visual Studio heraus zu deployen. Dazu habe ich auch ein 10-Minuten-Video auf Youtube erstellt (http://www.youtube.com/watch?v=xw0Osiksue4).

    Für größere Projekte solltest Du Dir Windows Azure Cloud Services ansehen. Dort hast Du die Möglichkeit, die Anwendung in Komponenten zu unterteilen und diese in verschiedenen Rollen (Web und Worker) zu betreiben und flexibler zu skalieren. Auch dazu gibt's ein Youtube-Video (http://www.youtube.com/watch?v=0r4wDPipq-0).

    Wenn's ganz flexibel sein soll und Du wirklich mit virtuellen Maschinen arbeiten möchtest, sind Windows Azure Virtual Machines erste Wahl.

    Viele Grüße,

    Holger

    PS: Das Windows Azure Training Kit solltest Du Dir unbedingt ansehen!

    Dienstag, 6. November 2012 08:56

Alle Antworten

  • Hallo Nghia,

    kennst Du das Windows Azure Training Kit?
    http://www.microsoft.com/en-us/download/details.aspx?id=8396

    Hier sind eigentlich alle Dienste von Windows Azure (VMs, Cloud Services = PaaS, Websites usw.) beschrieben und anhand von Beispielen erklärt. Zudem gibt es zu jedem Dienst ein Slidedeck, das die Dienste High Level erklärt.

    Zu Deiner Frage: Um eine Maschine zu entfernen, so dass sie keine Kosten verursacht (oder eben nicht gegen das Freikontingent der Trial zählt) musst Du im Management Portal die VM löschen (Delete). Das mag im ersten Moment etwas verwirrend klingen, aber der Button meint, dass das "deployment" der virtuellen Maschine entfernt wird und die ihr zugeordneten Ressourcen (die VM, der Kern, der RAM usw.) wieder freigegeben werden. Windows Azure fährt dann Deine VM herunter und belässt die VHD im BLOB Storage. Sprich die VHD Files Deiner Maschine bleiben erhalten.

    Du findest die VHD dann unter Virtual Machines->Disks wieder.

    Du kannst eine "neue" virtual Machine starten (also erneut Ressourcen im Azure Data Center belegen) indem Du eine neue virtual machine anlegst. NEW - compute - virtual machine - from Gallery - my disks. Dann werden erneut Ressourcen für Deine VM reserviert, dieser Deine "alte" VHD zugewiesen und wieder von dieser VHD gebootet.

    Dieser Mechanismus hat allerdings dazu geführt, dass viele Leute eine Menge "VHD Leichen" ihrer Maschinen im Blob Storage liegen hatten. Daher gibt es in der neuen UI beim Löschen der Virtual Machine (Delete) die Option auch gleich die Disk (und damit die VHD) mit zu löschen. Das solltest Du natürlich nicht tun, sonst ist die VHD tatsächlich auch weg und du kannst die Maschine nicht neu starten.

    Der Knopf "Shutdown" im Management Portal bedeutet, dass die Maschine heruntergefahren wird, aber die Ressourcen nicht freigegeben werden. Daher kostet dieser Zustand weiterhin Compute Gebbühren (quasi wie eine Art Reservierungsgebühr).

    Ich hoffe, dass hilft im ersten Schritt weiter.

    CU Daniel


    Windows Azure - the next gen MSFT cloud platform

    Montag, 5. November 2012 15:50
  • ah ok, die Erhaltung der VHD-Image kostet also in diesem Fall nichts?
    Was würde eigentlich mit den Daten passieren, wenn ich die virtuelle Maschine von "XL" auf "Klein" runterschraube? Verliere ich dann die Daten im RAM und co.?

    Es stand in der Konfiguration, dass 1 von 20 Kerne benutzt wird, obwohl die XL Maschine nur 8 Kerne hat? Wie kann man die Leistung auf 20 Kerne hochschrauben?

    Windows Azure Training Kit kenn ich noch nicht, aber gleich ^^

    Vielen Dank

    Gruß
    Nghia
    Dienstag, 6. November 2012 08:15
  • Hi Nghia,

    solange Du Speicher im Blob-Storage belegst (und das ist in dem Fall, dass Du die VHD als Disk im Blob Storage belässt) fallen für diesen Blob-Storage (wie Du es auch bei EC2 kennst) Kosten an. Daniel hat oben ja schon beschrieben, wie Du die Kosten für die Rechenleistung (Compute) vermeiden kannst.

    Im laufenden Betrieb einer VM kannst Du die Größe gar nicht ändern (z.B. von XL auf S gehen). Wenn Du die Größe über das Portal änderst wird auf Basis Deiner VHDs die bisherige VM heruntergefahren, eine neue VM erstellt und diese gestartet. Das ist also so, als würdest Du einen PC runterfahren, die Systemplatte ausbauen, in einen anderen (z.B. anderer Grö0e) PC einbauen und von dort wieder booten. Alles was auf der Festplatte war, ist im neuen PC erhalten. RAM-Inhalt geht insofern verloren als dass Du den alten PC runterfährst und auf dem neuen PC neu startest.

    Bezüglich der Größen ist es so, dass auf Azure fünf "Standardgrößen" angeboten werden: S (1 Rechenkern, 1,75GB RAM), M (2 Rechenkern, 3,5GB RAM), L (4 Rechenkern, 7GB RAM) und XL (8 Rechenkern, 14 GB RAM). Hinzu kommt XS, wo man in etwa 1/3 Rechenkern und 765MB RAM erhält. Verbaut sind in Azure aktuell 8-Kern-CPUs. Je nach gewählter VM-Größe erhält man also einen Teil der Rechenkerne. Davon abweichende Größen sind derzeit leider nicht möglich.

    Zu Deinem Ursprungsthema: Sofern Du eine "normale" ASP.NET-Anwendung einfach nur in der Cloud zum Laufen bringen möchtest, sieh Dir am besten auch mal Windows Azure Websites an. Dort hast Du die Möglichkeit, ASP.NET-Anwendungen per Web Deploy direkt aus Visual Studio heraus zu deployen. Dazu habe ich auch ein 10-Minuten-Video auf Youtube erstellt (http://www.youtube.com/watch?v=xw0Osiksue4).

    Für größere Projekte solltest Du Dir Windows Azure Cloud Services ansehen. Dort hast Du die Möglichkeit, die Anwendung in Komponenten zu unterteilen und diese in verschiedenen Rollen (Web und Worker) zu betreiben und flexibler zu skalieren. Auch dazu gibt's ein Youtube-Video (http://www.youtube.com/watch?v=0r4wDPipq-0).

    Wenn's ganz flexibel sein soll und Du wirklich mit virtuellen Maschinen arbeiten möchtest, sind Windows Azure Virtual Machines erste Wahl.

    Viele Grüße,

    Holger

    PS: Das Windows Azure Training Kit solltest Du Dir unbedingt ansehen!

    Dienstag, 6. November 2012 08:56
  • So, ich habe jetzt das GuestBook Tutorial durchgemacht. WebRole und WorkerRole habe ich verstanden.

    Wo kann ich ein Tutorial oder Hilfestellung für ein .NET Webservice Client zu schreiben?
    Ich will ein Client schreiben, der das Webservice anspricht und die Service benutzen kann.

    Ich brauche einen "service bus replay" richtig?
    https://www.windowsazure.com/en-us/develop/net/how-to-guides/service-bus-relay/
    Gruß
    Nghia


    Donnerstag, 8. November 2012 09:47