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Wie lang ist die Lebzeit von Apps? RRS feed

  • Frage

  • Hi Leute,

    vielleicht wundert ihr euch, dass ich immer so "komische" Fragen habe aber mir geht es erstmal darum, dass ich möglichst gut über möglichst viele Möglichkeiten/Einschränkungen informiert sein möchte (um ggf. festzustellen, dass bestimmte Sachen so nicht gehen werden!).

    Bei den Ideen für die ich gerne Apps entwickeln möchte, würde ich auf externe Services zurückgreifen. Diese behalten sich vor die Dienste jederzeit offline zu nehmen (das gilt auch bei einigen kommerzielle und (aber besonders bei) kostenlose Services).

    Wie macht man das jetzt? Ich möchte die App gerne verkaufen, wenn jetzt jemand diese bezahlt und plötzlich ist der Dienst einfach nicht mehr verfügbar, dann wird sich der Käufer nicht wirklich sehr freuen. Die Anbieter weigern sich aber eine Garantie dafür zu geben das der Dienst nicht irgendwann mal eingestellt wird (oder werden kann), solange die Services laufen, garantieren diese aber eine 99 % Verfügbarkeit.

    Ich kann ja aber auch nicht garantieren das bestimmte Infrastrukturen von mir (die als Proxy-Webservices fungieren) ewig weiterlaufen, es kann ja sein, dass ich mich beruflich oder privat komplett ändere. Nach wie viel Jahren kann man denn sagen, dass diese App gestorben ist oder man den Dienst einstellt (und die App damit nicht mehr Nutzbar ist!).

    Wie kann man das jetzt handhaben? Kann man auch bei Kostenpflichte Apps schreiben, dass man sich vorbehält den Dienst jederzeit wieder einzustellen? Wenn ja muss ich dann das Geld wieder zurückzahlen (das währe eigentlich nicht möglich, da die Nutzung der Services auch Geld kostet!).

    Gruß

    Rudolf

    Donnerstag, 17. Februar 2011 12:06

Antworten

  • Hallo Rudolf,

    da haben wir schon einen Knackpunkt in deinen Überlegungen. Du kannst nicht die Leistungen eines externen Services in deiner App nutzen ohne dies deutlich kenntlich zu machen bzw. ohne den Endkunden über die Nutzungsbedingungen des Externen Dienstleisters zu informieren. Dies wäre im juristischen Sinne eine Täuschung (über den Wesensinhalt deiner App) und eine Verletzung von Urheber-, Marken- und gegebenenfalls Patentrechte des Drittanbieters. Einen mit Sicherheit vorhandenen Verstoß gegen Lizenzrecht lasse ich aussen vor.

    Developer Garden ist ein schlechtes Beispiel, hier geht es um APIs, die die Telekom interessierten Entwicklern zur Verfügung stellt um vorhandene Features der T-Mobile Plattform (z.B. Conference Call) in eigenen Anwendungen zu nutzen (ist das gleiche Prinzip wie bei eBay) Dein Kunde muß also im Zweifelsfall Kunde von T-Mobile (oder eBay) sein, sonst kann er das Feature nicht nutzen. Änderungen der API musst Du mit Programmupdates abfangen, hast Du aber nicht zu verantworten. Unabhängig davon gilt die Kennzeichnungspflicht.

    Schöne Grüße

    Oliver

     

    Donnerstag, 17. Februar 2011 15:04

Alle Antworten

  • Sehr interessante Frage,

    das ist allerdings eine mehr rechtliche Frage, als eine Dev-Frage...  hmm ich bin heute mal bei der msdn on Tour-Tour, werde dort mal die Leute ansprechen, denn die Frage kam mir auch schon auf.

    Wenn man sich allerdings Videospiele usw.. anschaut ist dort immer eine Vertragliche Absicherung dabei und zwar das man die verfügbarkeit von Online Diensten nicht gewährleisten kann. Das findest du bei Skype, bei deinen Mobilfunkvertrag  usw... Vielleicht mal dort eine Passage anschaun.

    Das hilft zwar jetz nicht weiter. Aber man muss sich dahingegen schon absichern können. Denn z.B. bei Halo 2 wurde auch letztes jahr der online Dienst eingestellt und das funktionierte auch ohne rechtliche Nachspiele (also ich hab davon nichts gehört).

    Da hilft nur die eine Website wo Anwälte auf Fragen antworten - frag den Anwalt . de oder so.

    Oder man geht gleich zu einem Anwalt für Onlinerecht. Oder ist schon eine absicherung im Marcetplace vorhanden, das könnte ich mir denken. Denn die User kaufen ja nicht die Apps bei dir als Developer sondern bei Microsoft, die haben 100% was das angeht auch was in den AGB's für den Endnutzer stehen.

     

    gruß ScoobyDoh!

    Donnerstag, 17. Februar 2011 12:24
  • Hallo Rudolf,

    dies ist in der Tat eine eigenartige Frage. Deinen potentiellen Kunden steht es doch frei die App zu kaufen oder nicht. Nehmen wir aber mal ein Beispiel. Wenn ich die Absicht hätte eine eBay App zu schreiben müsste ich in meine Überlegungen mit einbeziehen, dass eBay mindestens einmal jährlich die API seiner Services ändert. Würde mich das davon abhalten die App zu schreiben: Nein! Eher verkaufe ich den Leuten im nächsten Jahr Version 1.1. der App. Ist ein (3er-Party) Service aus anderen Gründen nicht verfügbar, stehst Du auch nicht dafür gerade. Du hast nur einen Service-Client verkauft.

    Schöne Grüße

    Oliver

    Donnerstag, 17. Februar 2011 12:35
  • Vielen Dank euch beiden :D

    [quote]

    Wenn ich die Absicht hätte eine eBay App zu schreiben müsste ich in meine Überlegungen mit einbeziehen, dass eBay mindestens einmal jährlich die API seiner Services ändert. Würde mich das davon abhalten die App zu schreiben: Nein! Eher verkaufe ich den Leuten im nächsten Jahr Version 1.1. der App. Ist ein (3er-Party) Service aus anderen Gründen nicht verfügbar, stehst Du auch nicht dafür gerade. Du hast nur einen Service-Client verkauft.

    [/end]

    Bei Ebay währe es aber so, dass sich die Kunden vorher bei EBay angemeldet haben müssen und du nur den Client zur Verfügung stellst. Bei mir währe es ja so, dass der Kunde sich bei meinem Proxy-Web-Service registrieren muss, dieser Proxy-Web-Server ruft dann die Funktionen des externen Web-Services auf. Der Kunde weiß also gar nicht, dass ich nur den Client vermarkte, da er sich vorher nirgendwo registriert hat und deswegen der Meinung sein wird, dass der Service ein Teil des Kaufpreises ist, oder? 

    Ich kann ja den Endkunden nicht zumuten, sich z. B. bei Developer Garden anzumelden, damit ich dann seine Zugangsdaten für den Zugriff auf die verschiedene API's benutzen kann (dies ist ja eh mehr eine Plattform für Entwickler!).

    Gruß

    Rudolf

    Donnerstag, 17. Februar 2011 13:50
  • Hallo Rudolf,

    da haben wir schon einen Knackpunkt in deinen Überlegungen. Du kannst nicht die Leistungen eines externen Services in deiner App nutzen ohne dies deutlich kenntlich zu machen bzw. ohne den Endkunden über die Nutzungsbedingungen des Externen Dienstleisters zu informieren. Dies wäre im juristischen Sinne eine Täuschung (über den Wesensinhalt deiner App) und eine Verletzung von Urheber-, Marken- und gegebenenfalls Patentrechte des Drittanbieters. Einen mit Sicherheit vorhandenen Verstoß gegen Lizenzrecht lasse ich aussen vor.

    Developer Garden ist ein schlechtes Beispiel, hier geht es um APIs, die die Telekom interessierten Entwicklern zur Verfügung stellt um vorhandene Features der T-Mobile Plattform (z.B. Conference Call) in eigenen Anwendungen zu nutzen (ist das gleiche Prinzip wie bei eBay) Dein Kunde muß also im Zweifelsfall Kunde von T-Mobile (oder eBay) sein, sonst kann er das Feature nicht nutzen. Änderungen der API musst Du mit Programmupdates abfangen, hast Du aber nicht zu verantworten. Unabhängig davon gilt die Kennzeichnungspflicht.

    Schöne Grüße

    Oliver

     

    Donnerstag, 17. Februar 2011 15:04
  • Ok, vielen Dank für die ausführliche Antwort. 

     

    Ich befürchte nur, dass die zwingende Registrierung bei z. B. Developer Garden, um dann die Funktionen zu nutzen, ein zu großes Hindernis für den Kauf einer App ist. Die Leute wollen das alles von alleine und sofort funktionsfähig ist (Plug&Play) z. B. App kaufen, Guthaben über z. B. PayPal aufladen und loslegen und nicht vorher noch irgendwelche Registrierungen etc. durchlaufen zu müssen.

    Gruß

    Rudolf

    Donnerstag, 17. Februar 2011 15:18
  • @Rudolf:

    bei so einem speziellen Fall kannst du dich ja immer noch an den Provider des WebServices wenden. Vielleicht spielt die Telekom ja mit, solang die App für dei Telekom einen nutzen hat wird sich daraus schon was ergeben.

    Ich würd die einfach mal anschreiben.

     

    gruß ScoobyDoh!

    Freitag, 18. Februar 2011 08:17